Silvester 2009. Es blieben noch zwei Stunden bis ich mich umziehen musste für das Silvesterbuffet. Also entspannt vor dem PC sitzen und ein wenig surfen… Irgendwie kam ich dann auf die Seite einer Züchterin in Texas. Ihre Hunde waren zwar sehr schlecht fotografiert, machten aber trotzdem teilweise einen typvollen Eindruck. Und wow! Alle Hunde waren getestet auf MDR1 und CEA!! Das ist in Amerika durchaus selten. Ich beschloss, mal eine Anfrage zu starten, ob und was für Würfe sie in dem kommenden Jahr plante. Ihre Hunde waren weitgehend blutsfremd zu unseren, also wäre ein Rüde aus ihrer Zucht ein interessanter Outcross. Mal sehen, was sich ergibt.
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Neujahr 2010. Sie hat geantwortet. Nicht einmal, nein drei Mails lagen in meinem Postfach. Ich dachte immer, dass ich schon eine collieverrückte Nudel bin, aber Deborah war definitiv noch verrückter J Sie freute sich riesig über mein Anfrage aus dem fernen Europa, zumal sie Opus aus seiner Zeit in den USA noch kannte. Sie überschüttete mich mit Infos über ihre Hunde und ihre geplanten Verpaarungen. Sie bot mir auch die erste Wahl aus einem gerade erst im Dezember geborenen Wurf an.
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Einer der Welpen aus dem Dezember-Wurf
Der Wurf wurde von ihr und einer befreundeten Züchterin in Minnesota gezüchtet, dort wurde der Wurf auch geboren. Weiterhin bot sie mir noch Jungtiere von ihrer Züchterfreundin an, die meinen Anforderungen (Rüde, kein Merle, MDR1 +/+ und CEA frei (carrier oder non-carrier) ) entsprachen. Sie bot an, den gesamten Wurf (5 Rüden) sowie insgesamt 3 weitere Junghunde von ihrer Freundin Denise Schroeder testen zu lassen. Bei jedem der Hunde bestand eine Chance von 50%, dass sie MDR1 +/+ sein würden. Zudem stammten alle Junghunde und auch die Welpen von genetisch freien CEA-non-carrier Müttern ab. Also ideale Voraussetzungen, unter den Probanden einen passenden Hund für uns zu finden!! Inzwischen mailte ich auch mit Denise und sie schickte mir regelmäßig aktuelle Bilder von den Welpen und den Junghunden.
3. Januar. Zwei Wochen sind eine lange Zeit. Ich nutzte die Zeit für Reisevorbereitungen. Ich ging davon aus, dass in dem Wurf mit den 5 Rüden sicher ein passender Welpe für mich dabei sein würde. Ausserdem hatte ich Gefallen an der Junghündin Miley gefunden und so beschlossen, zwei Hunde mit nach Deutschland zu bringen. Von den vorherigen Flügen aus den letzten Jahren war mir klar, dass ich immer nur einen Hund als Übergepäck mit auf die Reise nehmen konnte. Bei zwei Hunden brauchte ich also zwei Passagiere. Ein guter Freund von uns erklärte sich bereit, mich auf dem Flug zu begleiten. Mein Mann musste unsere Brötchen verdienen und außerdem auf unsere Hunde zu Hause aufpassen. Da ich einen Welpen dabei haben würde, musste dieser noch vor seiner Impfpflicht gegen Tollwut (also bevor er 12 Wochen alt wurde) den Flug antreten. Ups, das wäre schon in knapp 6 Wochen soweit, wenn ich einen Rüden aus dem Dezember-Wurf wählen würde!! Je später man ein Ticket bucht, desto teurer wird es, daher machten wir uns sofort daran, uns um die Tickets zu kümmern. Wir buchten bei E-Bookers zwei Tickets von Hannover über Amsterdam nach Minneapolis. Praktischerweise konnten wir gleich einen Mietwagen und die Hotelübernachtungen mitbuchen. Das Ganze lief super… Wer mich kennt, der weiß, dass bei mir immer das Chaos mit auf Reisen geht, daher war ich ein wenig misstrauisch… Tja, nicht zu Unrecht… Um die Hunde mit zurück nehmen zu können, müssen die Hunde bei der Airline angemeldet werden, quasi deren Flug gebucht werden. Die Größe der Flugboxen, Rasse und Gewicht der Hunde müssen ebenfalls mit angegeben werden. Die Airline muss dann den Transport der Hunde, also die Annahme der Reservierung, bestätigen. Soweit so gut.
4. Januar. Bei E-Bookers verwies man mich an KLM, die niederländische Fluggesellschaft, die den Flug (eigentlich die beiden Flüge, Hannover-Amsterdam und Amsterdam-Minneapolis) durchführte. Ich brauchte drei Anläufe und drei Hotline Mitarbeiter, bis ich an jemanden geriet, der anscheinend Ahnung hatte und die Daten der Hunde aufnahm und die Anfrage an North West Airlines NWA startete, die den Überseeflug von Amsterdam nach Minneapolis durchführen. Er stellte sich freundlicherweise als JEROME vor, war sehr diensteifrig und redsam, zudem noch eindeutig stockschwul. Nicht dass ich hier den Eindruck erwecken möchte, ich hätte was gegen Schwestern, im Gegenteil! Das Telefonat mit Jerome war sehr unterhaltsam. In spätestens 24 Stunden hätte ich meine Zusage, kein Problem! Na wenn er das meint, muss es ja stimmen… Ich sollte mich morgen noch mal melden, dann wäre bestimmt schon Antwort aus den Staaten da.
5. Januar. Wieder ein halbes Vermögen ausgegeben und eine halbe Stunde in der Warteschleife von KLM verbracht. Was treiben die da im Callcenter??? Nach einigem Hin- und Her bekam ich wieder Jerome zu fassen. Er konnte sich doch tatsächlich an mich und mein Hundetransportanliegen erinnern und schaute in „seinem System“ nach, ob die Bestätigung von NWA schon da sei. War sie nicht. Die Anfrage wurde bereits in Holland abgewürgt, weil ein Transport der Hunde von Amsterdam nach Hannover zu der Jahreszeit nicht möglich war. Die eingesetzten Maschinen (kleine Fokker) wären nicht ausreichend beheizt und würden erst wieder ab dem 1. April lebende Tiere befördern. Auszug aus dem nun folgenden Telefonat:
Ich: Gibt es denn keine Ausnahmegenehmigung für so etwas?
Jerome: Nein. Das macht die KLM nicht. Nachher kommen die Hünde als tiefgefrorenes Fischestab in Amsterdam an, was dann?
Ich: gut, dann steige ich mit den Hunden in Amsterdam aus und lasse mich von meinem Mann abholen.
Jerome: Nein. Das Flug geht als ein Flug, also von Minneapolis nach Amsterdam sind swar swei Fluge, aber in unsere System ist das nur ein Fluge. Also man kann nicht einfach aussteigen wie aus ein Bus! Das Gepäck wird in Minneapolis eingecheckt und in Amsterdam sofort in die Maschine für Hannover gebracht. Auch die Hünde.
Ich: Ich denke das geht nicht, die dürfen nicht nach Hannover weiterfliegen?!
Jerome: Eben!
Ich: Aber es kann mich doch niemand zwingen, bis nach Hannover weiter zu fliegen!
Jerome: Die KLM selbstverstandlich swingt ihre Kunde nicht, mit der KLM zu fliegen!! Aber wenn Sie nicht in die sweite Maschine einsteigen, dann würde Ihr Gepäck, ob nun mit oder ohne Hünde, weiter nach Hannover fliegen. In die Theorie. In die Praxis nicht. Wir haben gerade Problem mit Attentat in Flugzeug gehabt. Die KLM ist jetzt ein wenig sensibel mit die Thema. Wenn die Gepäck an Bord, aber Passagier nicht, dann wird die Gepäck von die fehlende Passagier erst wieder ausgeladen aus die Maschine, damit keine Bomben an Bord gesmuggelt werden. Wenn Sie also in Amsterdam nicht wieder in Maschine nach Hannover steigen, dann wird Ihre Gepäck erst wieder ausgeladen. Dadurch verspätet sich die Maschine. Kosten für Gepäckumladen und evtl. Kostenanspruche von die anderen Passagiere durch Verspätung zahlt die Passagier, die in Amsterdam geblieben ist – also Sie! Es sei denn, Sie dürfen aus Krankheitsgrunden nicht mehr weiterfliegen. Sind Sie denn krank?
Jerome machte langsam einen etwas aufgeregten Eindruck am Telefon…
Ich: Also wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann der Flug, der aus zwei Einzelflügen pro Strecke besteht, nicht geteilt werden. Da ich die Hunde auf dem zweiten Teil des Rückfluges nicht mitnehmen kann (wegen der Fischstäbchensache), kann ich die Hunde auf dem gesamten Flug nicht mitnehmen, richtig?
Jerome: Ja genau! (Ich hörte ihn erleichtert aufatmen)
Ich: Kann ich dann nicht einen weiteren Flug für mich buchen, von Amsterdam nach Minneapolis und dort einen Hund mitführen zurück bis nach Amsterdam und dann mit ihm und meinem anderen Gepäck aussteigen?
Jerome: Nein. Sie haben nur eine Popo su sitzen in die Flugseug. Diese Popo kann nicht einsteigen in Hannover und swei Stunde später noch mal in Amsterdam. Diese Buchung nimmt meine System nicht an. Aber Sie können versuchen Ihre gesamte Flug zu storniere, dann neu buchen bei mir nur von Amsterdam nach Minneapolis und zurück. Das ist eine gute Vorslag, oder? Ausserdem wird die neue Buchung erst aktiv, wenn die Bestätigung von NWA da ist, dass die Hünde mit dürfen. Ach so, Sie dürfen auch bis zu drei Hünde pro Person mitnehmen, das ist neu!
Eine tolle Idee. Ein Anruf bei E-Bookers macht aber alle Ideen zunichte. Ein Internet-Anbieter für Billigflüge hat leider ein paar Dinge im Kleingedruckten, u.a. Stornogebühren in Höhe von 94%. Auch eine Umbuchung ist nicht möglich, weder von der Strecke, noch von den Personen. Da wir auch keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hatten (wozu auch, ich würde auch halbtot da hin fliegen um die Hunde einzusammeln), kam ein Rücktritt über eine „plötzliche Erkrankung“ nicht in Frage. Sähe wohl auch schlecht aus, von der einen Reise zurück zu treten, nur um sie gleich wieder woanders zu buchen. Also nix mit Stornierung. Was nun? Eine dritte Person musste her, die bisher noch keinen Flug auf dieser verflixten Maschine der NWA gebucht hatte. Diese dritte Person würde dann die Hunde mit zurück auf ihr Ticket buchen, den Rest Gepäck würde ich mit bis nach Hannover nehmen. Aber wer sollte das sein? Diese Person musste selbständig nach Amsterdam fahren, dort einchecken und dann mit zwei Hunden auch wieder zurück nach Deutschland reisen. Tja da blieb nur einer: mein Göttergatte Dirk. Aber würde er überhaupt für vier Tage Urlaub bekommen, wer würde dann auf die Hunde (und Welpen!!) bei uns Zuhause aufpassen?
6. Januar. Dirk kriegt Urlaub, Gott sei Dank! Meine Mutter angerufen. Sie bekommt ebenfalls Urlaub, um unser Haus samt Inhalt zu hüten. Allerdings ist sie nicht so firm darin, sich um Welpen und die Meerschweinchen (meine Mutter hat ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Nagetieren im Allgemeinen…) zu kümmern. Also mein Nachbarin Katy und Natascha mit eingespannt- passt schon! Zu dritt werden die drei Damen es wohl schaffen, Haus, Hof und Viecher zu versorgen.
7. Januar. Anruf bei KLM um den Flug von Dirk zu buchen. Vorläufige Reservierung für 3 Tage, bis das OK für die Hunde aus den USA kommen würde. Jerome war ganz erfreut, dass sich mein Problem zu lösen schien. Ich buchte für Dirk einen Flug auf der Maschine, auf der auch ich fliegen würde. Jerome nahm die Daten der Hunde, sowie die Größe der Boxen auf, alles wie gehabt. Morgen noch mal anrufen.
8. Januar. Trügerische Ruhe. Internationalen Führerschein für mich und Dirk besorgt, außerdem einen Reisepass für Dirk beantragt. Dann wieder die KLM Hotline. Jerome heute nicht da, statt dessen Jaqueline oder so ähnlich. Bei der stand echt jemand auf der Leitung, sie machte einen eher abwesenden Eindruck am Telefon. Aber sie hatte eine Antwort von NWA: Transport abgelehnt, weil das Gepäckvolumen überschritten war!! Was soll das denn jetzt heißen? Ich wollte ja keine Elefanten transportieren! Nein meinte Jaqueline, da nur maximal drei Hunde pro Flug transportiert werden (egal von wem), wäre uns da wohl schon einer zuvor gekommen. Aber kein Problem, wir buchen auf eine Maschine früher um und fragen erneut. Ich sollte morgen noch mal… Ja anrufen, schon klar.
9. Januar. Jerome war wieder da! Antwort auch: Abgelehnt wegen Überschreitung des Gepäckvolumens. Wieder zuviel Hunde an Bord, Ja wer transportiert denn da Hunde nach Europa wie verrückt? Alles kein Problem eine andere Maschine am späten Abend käme auch noch in Frage…
10. Januar. Sonntag, keine Hotline für meine Reservierungen bei KLM erreichbar.
11. Januar. Unser Freund ruft an und sagt, er könne nicht mit in die USA. Teilabriss der Achillessehne, OP und anschließende Reha. Na prima! Ohne Dirk wäre ich jetzt sowieso aufgeschmissen gewesen. Tausend „Hätte-Wäre-Wenns“ gingen mir durch den Kopf. Nun hätte man doch von der Reise zurück treten können, wenn man eine Reiserücktrittsv…. Egal. Ich hätte dann nur beide Flüge als Paket stornieren können und hätte dann weder Hotel noch Mietwagen behalten. Und ein neues Einzelticket für mich wie für Dirk bei KLM kostete eh annähernd so viel wie die zwei E-Booker Tickets.
Erneuter Anruf bei KLM, erneute Absage. Das gibt es doch nicht!!! Jetzt rufe ich da selber an!! Hotline bei NWA in den USA angeklingelt. Tja, die Holländer hatten bei ihren Anfragen zwar mal für den Hinflug, mal für beide Flüge, aber nie nur für den Rückflug angefragt, aber das war nicht das Problem. Sie hatten auch zwei Boxen angegeben und zwei Hunde, aber diese Hunde sollten laut KLM in EINER Box zusammen fliegen!! Das lehnt die NWA natürlich ab, weil das Gepäck- (also das Hunde-)volumen pro Box überschritten war. Ich befand mich langsam am Rande des Wahnsinns, eine Grenze, die die Holländer anscheinend alle schon überschritten hatten… Wer lässt denn zwei Hunde in einer Box fliegen und die zweite fliegt leer mit?? Egal, ich habe die Anfrage korrigiert und auch gleich von NWA eine telefonische Bestätigung erhalten, dass die Hunde reserviert waren. HALLELUJAH!!
15.Januar. Die Ergebnisse der University of Texas kamen, da machten wir aber erstmal alle „dicke Backen“. Von den 8 getesteten Hunden war nur die sable Junghündin Miley +/+, der gesamte Rest war +/- L Unfassbar, aber doch Realität. Nun stand ich da mit meinem Talent. Flüge gebucht, aber kein passender Rüde für uns!! Sollten wir jetzt nur mit Miley zurück reisen? Eigentlich suchten wir ja einen Rüden… Mit so viel Aufwand und Personen nach Minnesota, da wollten wir schon einen zweiten Hund mitnehmen, wenn möglich. Denise verstand unser Dilemma und holte nun die Juwelen aus der Kiste. Sie versprach, noch weitere Hunde zu testen, die eigentlich nicht zum Verkauf stünden. Mir war auf ihrer HP ein wunderschöner Rüde aufgefallen, Northern Classic Kiss Me I’m Irish. Ein dark sable Rüde mit breiter Blesse und einer enormen Aufrichtung und Halsung. Nach dem Motto „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, fragte ich Denise, ob sie auch Irish testen lassen würde, was damit hieß, dass sie bereit gewesen wäre, sich nach 4 Jahren von ihm zu trennen. Sie war bereit – Oh Wunder!! Irish und einer weiteren Junghündin wurden Proben entnommen und eingesandt. Nun fing die Uhr an zu ticken. Die Hunde müssten zum Zeitpunkt des Fluges eine aktive Tollwutimpfung vorweisen, also 30 Tage alt. Sie mussten jetzt langsam geimpft werden, wir konnten nicht mehr warten. Miley impfen war klar, aber wen noch? Also wurden erstmal alle drei Hunde geimpft. Für den Fall der Fälle waren dann alle gerüstet. Nun hieß es wieder abwarten…
Der Tag vor der Abreise. Koffer packen, meine Mutter einsammeln und ein letztes Mal die Reservierungen bei Delta überprüfen. Nochmal die Checkliste durchgehen. Parkplatz in Amsterdam gebucht und bezahlt, alle Reisepässe und Internationale Führerscheine da. Travellers Cheques abgeholt und die Winterklamotten aus dem Allgäu-Urlaub wieder rausgekramt. In Nevis, wo Denise wohnte, würden es in der Nacht noch -20 Grad geben. Andere Leute flüchten vor dem Winter in den Süden, ich reise lieber Richtung Nordpol, haha L Abends früh ins Bett.
Jetzt war es für mich auch an der Zeit, Denise mal nach den Eltern und der Abstammung der drei Probanden zu fragen. Da wir uns so auf den Wurf mit den 5 Rüden versteift hatten, waren diese Infos von Miley, Irish und der anderen im Test befindlichen Junghündin Bailey ganz klar zu kurz gekommen. Ich fragte nach und siehe da—DAMIT hätte ich nicht gerechnet. Bailey war eine Tochter von Irish und einer zugekauften Hündin aus einem mir unbekannten Kennel. Aber Irish selber und auch Miley waren Welpen von einem Rüden namens „Mason’s Regal Shadow“. Soweit so gut, der Name sagte mir nichts. Klar waren Bilder von Mason auf der HP von Denise, ein schöner rahmiger Rüde mit toller Ausstrahlung. Aber mehr fiel mir ehrlich gesagt nicht auf. Da rückte Denise damit heraus, dass Mason in einem „tollen Film“ die Hauptrolle gespielt hätte, welchen Film, das dürfe sie nicht sagen, aber es gäbe da eine Infoseite… Dort erfuhr ich dann Mason’s Story und war ehrlich überrascht. Ich gebe auch zu, dass ich eher gemischte Gefühle bei der Sache hatte. Ich empfinde das Lassie-Image für die Rasse des Langhaarcollies eher belastend, als von Vorteil. Sicher hat der Collie dadurch einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht, aber ich habe selber immer wieder erlebt, dass es viele Interessenten für die Rasse gibt, die sich in die Fantasiefigur „Lassie“ verliebt haben und nun krampfhaft nach einem Ebenbild für sich suchen in der Annahme, dann auch eine 1:1 Kopie inklusive durch den Film glorifizierter Charaktereigenschaften zu besitzen. Wenn es den Film Lassie nie gegeben hätte, hätten solche Interessenten sich niemals für die Rasse Collie interessiert – sie sehen in den Hunden immer nur den Filmhund „Lassie“, eine Modeerscheinung, und nicht den liebenswerten individuellen Charakter, der zufällig so aussieht wie eine Filmfigur, aber vielleicht eine ganz andere Persönlichkeit besitzt. Solche Leute würden sich unweigerlich für die Nachzuchten von Irish und Miley interessieren. Will ich mir das antun? Andererseits lasse ich mir die Freude an meinen Hunden nicht dadurch verderben, dass einige Leute sie lediglich auf die Darstellung ihres Vaters Mason als „Lassie“ reduzieren. Filmrolle hin oder her, letztendlich muss mir ein Hund gefallen, das Wesen und die Gesundheitswerte stimmen. Die Abstammung ist sicherlich interessant, aber nicht ausschlaggebend. Letztendlich kann man nur stolz sein, direkte Nachkommen eines Rüden zu haben, der sich durch Gelassenheit, Intelligenz und Charakterstärke ausgezeichnet hat. Ohne die hätte er die Filmrolle nie ausfüllen können, das ist mal klar!
29. Januar. Mail von Denise: Irish und Bailey sind beide MDR1 +/-. Na toll. Was nun?
30. Januar. Eine Nacht drüber geschlafen. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der MDR1-Wert von Irish letztendlich nicht alles ist, was zählt. Klar wäre es toll gewesen, ihn für alle meine Hündinnen einsetzen zu können, aber ich habe Jade und Hazel als +/+ Hündinnen, die für ihn geeignet sind. Und wer weiß, was die Zukunft noch so mit sich bringt.
1. Februar. Nun, da klar war, dass ein erwachsener Rüde und eine Junghündin mit uns zurück nach Deutschland fliegen würden, erinnerte ich mich daran, dass die Airline NWA ja das Gewicht der Hunde wissen wollte. Nun wog Irish deutlich mehr als ein 11 Wochen alter Welpe, dass wollte ich natürlich mitteilen. Ich beschloss, gleich mit NWA in Kontakt zu treten und die Holländer wieder aus dem Spiel zu lassen, man will ja niemanden überfordern… Ich wählte die bekannte Nummer in den USA und lauschte dem Ansagetext für die automatische Weiterleitung: „Welcome at Delta Airlines! Thank you for calling us! If you want to make a booking or…“ Moment mal!! DELTA? Habe ich mich verwählt? Nochmal wählen. „Welcome at Delta Airlines! Thank you…“ ???? Da stimmte doch was nicht! Hat sich die Nummer geändert? Ich versuchte die HP von NWA aufzurufen und siehe da: NWA war von Delta übernommen worden, alle bisherigen Buchungen würde Delta nun wie geplant übernehmen und ausführen. Also doch Delta anrufen. Ich bekam jemanden an die Strippe und begann zu erklären, dass sie die Maße der einen Flugbox und das Gewicht des darin zu transportierenden Hundes geändert hatten. Am anderen Ende der Telefonleitung Schweigen. Dann die zaghafte Frage: „Flightkennels? I don’t have any reservations for dogs on your ticket, sorry M’am“ Wie, keine Reservierungen mehr für die Hunde da? Sie erklärte mir, dass durch den Zusammenschluss von NWA und DELTA derartige Zusatzbuchungen auf Tickets wohl schon mal „verloren gehen“ könnten. So wohl auch meine so hart erkämpften Reservierungen. Ich sah meine Reise und die Hunde schon mit Schwung den Bach runter gehen… Aber sie nahm die Reservierung neu auf, konnte mir aber leider keine Garantie dafür geben, dass diese bis zum Abflug „noch da“ wären. Ich sollte halt vorher noch mal anrufen…
25. Februar. Der Tag vor der Abreise. Koffer packen, meine Mutter einsammeln und ein letztes Mal die Reservierungen bei Delta überprüfen. Nochmal die Checkliste durchgehen. Parkplatz in Amsterdam gebucht und bezahlt, alle Reisepässe und Internationale Führerscheine da. Travellers Cheques abgeholt und die Winterklamotten aus dem Allgäu-Urlaub wieder rausgekramt. In Nevis, wo Denise wohnte, würden es in der Nacht noch -20 Grad geben. Andere Leute flüchten vor dem Winter in den Süden, ich reise lieber Richtung Nordpol, haha :-) Abends früh ins Bett.
26. Februar. Abreisetag. Frühstück zu nachtschlafender Zeit um 6.00 Uhr. Dirk nimmt seine Flugbox und unseren Koffer mit und fährt los Richtung Amsterdam. Ich werde von Monika um 9.00 Uhr abgeholt und zum Flughafen Hannover gefahren, mit dabei mein Rucksack und Box Nr. 2. Alles läuft glatt, kein Stau und ich bin pünktlich in Hannover. Gepäck eingecheckt und warten bis zum Abflug. An der Sicherheitskontrolle etwas Neues: ein Körperscanner. Ist so ähnlich wie geröngt werden im Stehen. Sehr interessant. Dann rein in den kleine City-Hopper von KLM und ab nach Amsterdam. 50 Minuten Flug und schon sind wir da. Aussteigen, und über den riesigen Flughafen das Gate für den Abflug nach Minneapolis suchen. Bisher noch keine Nachricht von Dirk. Sein Handy ist aus. Hoffentlich schafft er es rechtzeitig, immerhin 4 Stunden Fahrt. Ich nähere mich von hinten der Warteschlange für den Minneapolis-Flug, da strahlt mich mein Göttergatte nur drei Plätze vor mir in der Schlange an! Das nenne ich Timing!! Jetzt konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Da Dirk und ich zu unterschiedlichen Zeiten bei unterschiedlichen Veranstaltern die Tickets gebucht hatten, sollten wir in der Maschine auch auf entfernten Plätzen sitzen. Aber da unser Bekannter mit der Achillessehne ja eigentlich für den Sitz neben mir vorgesehen war, war dieser noch frei und wir konnten so gemeinsam die über 9 Stunden Flug „genießen“. Tja, was hat sich geändert im Vergleich zu den letzten Flügen? Es gibt jetzt Ledersitze! Jaaa, auch in der Holzklasse hält der Luxus Einzug!! Die Ledersitze sind deutlich weniger stark gepolstert, aber dadurch nicht weniger komfortabel (wenn man das Wort hier benutzen kann). Man sitzt nur irgendwie weiter hinten dadurch und hat mehr Beinfreiheit. Und es ist irgendwie hygienischer als in Kunststoffschalen. Das Fernsehprogramm ist besser geworden, viel mehr Auswahl. Das Essen ist wie gehabt sehr dürftig, reicht aber. Lecker Tomatensaft satt natürlich auch!! Der Tag nahm nur kein Ende, da wir ja quasi mit der Sonne geflogen sind und unser Tag dadurch statt 24 Stunden auf 31 Stunden kam. Als wir in Minneapolis ankamen, war dort fünf Uhr am Nachmittag, aber in unseren Köpfen war es schon Mitternacht. Koffer und Kennel vom Laufband einsammeln und los zum U-Bahnsystem des Flughafens. Eine Station weiter, dann waren wir im Mietwagen und Parkhausbereich. SEHR praktisch!! Unser Auto hatten wir schon über E-Bookers bei Budget reserviert, ein riesiges Geschoss von Toyota, 9-Sitzer!! Das Auto war direkt im Parkhaus abzuholen, kein Problem. Die Kennel rein und den Koffer, schnell unser Navi (mit US-Karte) angefummelt und lost ging’s. Leider brauchte das Ding eine Weile, bis es einen Satelliten fand. Ich fuhr aber schon aus dem Parkhaus raus und war nun plötzlich in der Innenstadt von Minneapolis, nur leider ohne Plan, in welche Richtung ich fahren musste. Der Satellit fehlte!! Also mal eben rechts ran in eine Nothaltebucht und das Navi quälen. Nix da!! Wie heißt es noch so schön: „Amerika ist das Land in dem man stundenlang auf einem einsamen Highway fahren kann, ohne jemandem zu begegnen. Aber wehe, man hält am Straßenrand an, um an einen Busch zu pinkeln, dann steht garantiert ein Cop wie aus dem Nichts hinter einem und verpasst einem einen Strafzettel“. Es hat ehrlich max. 30 Sekunden gedauert, da hielt ein Polizeifahrzeug neben mir und ich wurde aufgefordert, die Notbucht zu verlassen, wenn ich keine Autopanne hätte. Mist! Also erstmal blind weiterfahren. Irgendwann kam dann auch das GPS-Signal vom Satelliten und wir fanden unser Hotel.
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Kleine Anmerkung zum Straßenverkehr: In Amiland sind die Ampeln HINTER einer Kreuzung angebracht. Also natürlich nicht 30 Meter dahinter, aber eben nicht auf Höhe des weißen Balkens an dem man anhält, bevor man in eine Ampelkreuzung fährt, sondern sozusagen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sehr verwirrend. Man weiß irgendwie nie, welche Ampel nun für einen bestimmt ist, vor allem wenn man links abbiegen will. Horror! Aber Egal. Das Hilton Hotel war Spitzenklasse. Wir fuhren vor den Eingang und sofort kam ein Bediensteter und nahm uns den Schlüssel ab um das Auto zu parken (dafür kriegten wir eine kleine Chipkarte, damit wir das Auto auch jemals wiederbekamen). Der Koffer wurde uns bis zur Rezeption gebracht, wo wir gleich unsere Zimmerkarte bekamen. Schlüssel gibt’s ja schon lange nicht mehr. Das Zimmer war wunderschön mit zwei Kingsize Betten, freiem Internetanschluss, riesigem LCD-Fernseher und einem tollen Badezimmer. Volltreffer!
Zum Abendessen dann ab in die Lounge und in die Grill-Bar. Ich muss an dieser Stelle mal ein paar Worte über die amerikanische Küche verlieren (ich werde das noch öfter tun ;-)) Der Salat ist dort im Allgemeinen sehr gut. Frisch, viele verschieden Salatsorten, tolle geröstet Croutons in bis zu Haselnussgröße und immer geröstete Sonnenblumenkerne, Macadamia oder Pinienkerne dabei. Wenn die Amis was können, das ist das das Grillen von Fleisch. Da sind sie Weltmeister. Riesige Fleischportionen, saftiges Grillgut und hervorragend gewürzt. ABER: Dazu gibt es immer irgendeine Art von frittiertem Kartoffelgut. Und damit kommen wir schon zum Kern der Amerikanischen Küche: der FRITTEUSE! Seit ihrer Erfindung hat sie die amerikanische Küche im Sturm erobert. Natürlich an erster Stelle kommt die Verarbeitung der Kartoffel – in USA spielt übrigens auch die Süßkartoffel eine entscheidende Rolle.
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Eine typische amerikanische Mahlzeit - hat hier noch jemand Lust auf Frittiertes?
Während wir in Europa uns mit normalen, extra dünnen oder dicken Pommes, mit geriffelten oder in Krokettenform gepressten, etc. Kartoffeln schon mit einer reichen Auswahl versorgt fühlen, hat der Amerikaner weit aus mehr Fantasie. Neben den üblichen Pommesformen gibt es dort Pommes in feinster Schnittgröße so dick wie Spaghetti (sehen auch so ähnlich aus), über gewaffelte und geometrische Formen, Pommes (man nennt sie dort „FRIES“) in Form von Buchstaben, Tierfiguren bis hin zur guten alten Kartoffelspalte. Natürlich auch Bratkartoffeln aus der Friteuse, die dürfen nicht fehlen. Aber vor der Kartoffel wird nicht halt gemacht! Jegliches Gemüse wird frittiert, Brot, Pies (also eine Art Apfeltasche), vorgekochte Nudeln und natürlich Schnitzel. Das wird dort nicht gebraten (sonst könnte man es ja lieber grillen), sondern es wird gut paniert frittiert. Wir machen weiter beim Maiskolben über Frühstücksspeck und Obst. Fisch paniert und unpaniert, ebenso Garnelen. Das Absurde an der ganzen Sache ist, dass bei jedem Lebensmittel, was man dort kauft oder im Restaurant isst, eine Nährwerttabelle genauestens Auskunft gibt. Low-Fat Produkte, (am besten 0%) sind dort hoch beliebt, auch jeglicher Zucker wird zumindest rein chemisch aus der Küche verbannt. Dort wird satt dessen jede Menge Süßstoff eingesetzt – denn süß muss es für den Amerikaner schon schmecken! Man geht dort durch die Regale und der Begriff „Low-Fat“ springt einem von fast jeder Packung entgegen. Auch der Begriff „ZERO“, stehend für zuckerfrei, wirkt dort stark verkaufsfördernd. Umso verrückter dann der hohe Anteil an frittierten Nahrungsmitteln und vor allem an Weißmehlprodukten!! Vollkorn wird dort so gut wie nicht genutzt, stattdessen Weißbrot, Toastrot, Donuts und Bagels zu jeder Tageszeit. Dass Weißmehl vom Körper sofort zu Zucker verstoffwechselt wird, scheint sich dort unter der Bevölkerung noch nicht herumgesprochen zu haben… Ich will jetzt hier nicht den Ernährungsberater raushängen lassen (ausgerechnet ich, haha!!), aber nach ein paar Tagen fällt es dem europäischen Gaumen doch stark auf. Entweder gibt es was mit Weißmehl, frittiert, gegrillt und fast immer sehr süß. Am Schlimmsten sind die selbst gemachten Shakes oder Smoothies, gemahlenes Eis mit Farbstoff und Fruchtaroma.
Am nächsten Tag, dem Samstag, wollten wir was in Minneapolis veranstalten. Nun ist Minneapolis zwar kulturell sehr bewandert mit vielen Museen, Galerien und kulturellen Veranstaltungszentren, aber wir nicht so unbedingt. Also was tun? Ab in die nächste Mall! Was ist eine Mall? Tja eine Mall ist ein riesiges Einkaufszentrum. Also echt riesig meine ich. Wir waren wohl in einer der größten Malls, der „Mall of America“—sagt schon alles, oder?
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Die Mall of America (MoA) ist mit jährlich 42 Millionen Besuchern das meistbesuchte Einkaufszentrumder Welt. Bei der Eröffnung im Jahr 1992 war es mit einer Fläche von 390.000 Quadratmetern und mehr als 520 Ladengeschäften das größte Einkaufszentrum in den USA. Der Parkplatz – oder besser gesagt das Parkhaus – bietet Platz für 12.500 Fahrzeuge, ein weiterer Parkplatz mit 20.000 Stellflächen liegt auf der anderen Straßenseite. Und das Beste: Das Parken ist gebührenfrei!! Vom Parkhaus führen alle Wege direkt zu den vier Haupteingängen der Mall. Die Mall ist rechteckig angeordnet, an allen vier Ecken prangen wir vier rechteckige Türme große Kaufhäuser wie Bloomingdale’s, Macy’s, Sears und Nordstrom. Diese Türme sind durch Passagen verbunden, in denen beidseitig Ladengeschäfte untergebracht sind. Das Ganze auf drei Etagen. Irgendwo müssen die 520 Ladengeschäfte ja hin. Die große Mitte der Mall ist für etwas Anderes vorgesehen. Etwas, was es hier in Deutschland NIE geben würde, alleine schon wegen der Sicherheitsvorschriften (man bedenke, die Mall ist zwar sehr groß und hoch, aber dennoch ein geschlossenes Gebäude mit Glasdach!). Ich mache es mal ein wenig spannend J Dirk und ich sind also rein in die Mall und klapperten die ersten Ladengeschäfte ab. Plötzlich querten massenweise Familien mit Kindern unseren Weg, weil sie offensichtlich zum Innenraum der Mall wollten. Neugierig, wie ich zweifelsohne nun mal bin, schnappte ich mir meinen Mann und reihte mich mit ihm in die Menge ein. Auf dem Weg Richtung Innenraum wurden die Geräusche lauter, Kindergeschrei, Musik und irgendein undefinierbarer Lärm. Plötzlich sah ich über unseren Köpfen eine Art Gefährt fliegen, nur ganz kurz und irre schnell. Was war DAS denn? Ein paar Meter weiter wurde dann der Blick frei:
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Jaaa, liebe Leute, es bot sich uns der Anblick eines VERGNÜGUNGSPARKS! Dutzende Fahrgeschäfte wie Achterbahnen (mit Loopings!!), Wildwasserbahnen, ein riesiges Kettenkarussel, Autoscooter, eine Geisterbahn in luftiger Höhe und ein Klettergarten, in dem angeleinte Kids in ca. 20 m Höhe über Seile und Holzbrücken turnten!! Hier fehlte wirklich nichts!! Es gab sogar – festhalten!! – ein RIESENRAD!! Mehr als 30 Attraktionen auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld! Natürlich sehr eng gestellt, jeder Kubikmeter auch in der Höhe wurde genutzt. Die Wege dazwischen sehr schmal und jede Menge Kinder, Popcorn, Candys, Zuckerwatte in allen erdenklichen Farben. Man kommt sich vor wie im Wunderland! Hier mal ein paar Impressionen:
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Wir sind dann rauf in den ersten Stock, wo wir uns quasi auf Augenhöhe mit den Achterbahnen befanden, die direkt vor uns ihre Loopings drehten. Ein irrer Anblick! Wann hat man schon mal die Gelegenheit, einen Rummel oder Kirmes von oben zu betrachten?
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Am Rande des Parks gab es ein kleines Mini-Legoland und einen Barbie-World Bereich!! Für Kinder muss das hier das Paradies sein… Außerdem gibt es im gesamten Untergeschoss ein Aquarium(Underwater World), ein Kino mit 14 Sälen, ein Dinosaurier-Museum, Diskotheken und einen NASCAR-Simulator (Stock Car Autorennen). Es war also nicht mehr verwunderlich, dass sich in der Mall Kinderwagen an Kinderkarren reihten, Buggys und Kinderfahrräder überall. Da braucht man Nerven und Geduld, sich da durch zu kämpfen.
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In einer der Passagen ist mir dann etwas typisch Amerikanisches aufgefallen. Es gab dort einen Stand, der Einsiedlerkrebse mit grell bemalten Schneckenhäusern verkaufte! „Herman the Crab“ war der Verkaufsschlager, leider… die Tiere wurden mit Plastikterrarien angeboten, die so groß wie ein Schuhkarton waren, inklusive Plastikpalme- gruselig! Weit entfernt von artgerechter Tierhaltung L Aber in Amerika ticken die Uhren ja bekanntlich anders, auch was artgerechte Tierhaltung betrifft…
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Auch wenn die Überleitung jetzt etwas unglücklich wirkt, aber ich brauche nicht zu erwähnen, dass es in der Mall jede Menge Schnellrestaurants und Imbisse gab… Von McDonalds über diverse Asia Shops, Bäckereien, Candyshops, etc. Ein echter Konsumtempel! Nach 6 Stunden waren wir dann auch echt erschlagen, aber voller neuer Eindrücke. Ein Erlebnis, zweifellos!
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Am Sonntag ging es dann endlich Richtung Nevis, ca. 400 Kilometer Fahrt gen Norden. Fahren auf einem Highway hat in America etwas sehr Entspannendes. Alle fahren das gleiche Tempo (dank Tempomat), jeder hält genügend Abstand, überholt wird nicht, man darf ja eh nur Richtgeschwindigkeit fahren, also drängelt keiner. Genial! Kurz vor dem Ziel mussten wir das erste Mal tanken. Es war ein kleiner Tankshop, bei dem es wie hier bei uns in Deutschland auch jede Menge Süßigkeiten, Snacks Getränke und solche Dinge gab. Dort fand ich sie, meine neue kulinarische Leidenschaft: JERKYS!!! Noch nie gehört? Bestimmt auch noch nie gegessen!! Zu Zeiten der Besiedlung des Landes übernahmen die Einwanderer viele Sitten und Gebräuche der Indianer zu Konservierung von Nahrungsmitteln. So auch die Herstellung von Trockenfleisch. Die nordamerikanischen Indianer stellten aus Büffelfleisch ein sehr ähnliches Produkt namens Pemmikan her. Die frühen europäischen Siedler in den USA übernahmen die Technik der Trockenfleischherstellung und führten den Begriff Jerky ein.
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Das in Streifen geschnittene Fleisch wurde mit Marinade oder Salz eingerieben, für etwa zwölf Stunden zusammengerollt und dann für einige Tage zum Trocknen in die Sonne gelegt oder aufgehängt. Das Trockenfleisch diente als Vorrat und als Proviant. Heute wird es industriell hergestellt, mit leckeren Marinaden gewürzt und bei 50 Grad luftgetrocknet. Die Jerkys werden nur aus magerem Muskelfleisch hergestellt und manchmal auch mild geräuchert. Der Unterschied zu unserer Salami ist, dass das Rindfleisch nicht verarbeitet, gehackt oder mit Fett vermischt wird. Es ist nur gewürzt und getrocknet. Es wird auch nicht gepökelt, wie z.B. Schinken. Und es wird fast ausschließlich Rindfleisch verwendet. Und der Geschmack ist FANTASTISCH!!! Wie soll ich es beschreiben… Ihr habt mit Sicherheit mal erlebt, wie gierig Hunde nach Frischfleisch sind. Irgendwas in ihren Urinstinkten wird da wachgerüttelt. So auch bei mir J Ich hatte die Packung kaum geöffnet, da strömte mir schon der leckere Geruch der Jerkys (ich hatte Hickory Smoked, also mit Hickory Holz geräuchert) entgegen. Nach dem ersten Bissen konnte ich gar nicht genug davon kriegen. Die Tüte war schnell inhaliert. Das Zeug ist ja schlimmer als es Chips je waren!! Dirk war gerade fertig mit dem Tanken, da bin ich wieder rein in den Tankshop und habe gleich die nächsten Packungen gekauft. Hölle was für eine Versuchung!! Nun bin ich ja ein echter Fleischfresser (ein Tag ohne fleischliche Nahrung ist ein verlorener Tag), aber diese Jerkys toppen alles! Leider durfte ich das Zeug nicht bunkern und mit nach Deutschland nehmen, wie überaus bedauerlich!! Aber die Einfuhrbestimmungen in die EU für Nahrungsmittel und vor Allem mein inzwischen leicht entsetzter Ehemann (er sah unsere gesamte Reisekasse schon in Jerkys verwandelt unsere Koffer sprengen…) hatten was dagegen. Naja, vielleicht besser so. Ich möchte nicht verantwortlich sein für das Aussterben des amerikanischen Rindviehs J
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Aber nun weg von meiner „Fleischeslust“ hin zu unserer Ankunft in Nevis. Das von Denise gebucht Motel war sehr „speziell“. Statt einer Lobby gab es einen riesigen Swimmingpool. Inklusive Chlorgeruch in allen Zimmern. Und eine lärmende Klimaanlage, aber sonst war alles ganz okay. Dann ging es endlich los zu Denise und den Hunden! Das stellte sich aber als nicht so einfach heraus. Die Straße, in der Denise wohnt, hat keinen Namen, sondern nur eine Nummer: 244. Leider gab es die laut Navi gar nicht. Aber Nummer 245 hätte das Navi im Angebot, also erstmal dahin, kann ja soweit von 244 nicht entfernt sein. Wir fanden 245 und nach einigem Suchen auch den kleinen Stichweg mit Namen „244“. Sowohl 244 und 245 befanden sich irgendwo im Nirgendwo in den Wäldern von Minnesota, kurz vor der kanadischen Grenze. Der „Weg“ war ein Waldweg, tief verschneit, gerade so breit wie unser Toyota-Kleinbus. Der Weg führte immer geradeaus, ohne erkennbares Ziel. Links und rechts Wald. Und Bäume. Und noch mehr Bäume. Und zwischendurch ein Reh über die Fahrbahn, mich hätte auch ein Bär nicht überrascht. Aber die hielten gerade Winterschlaf. Irgendwann kamen so leichte Zweifel auf, als eine Abzweigung auftauchte, mit einem Straßenschild:
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Ja, richtig!! SOOO haben wir auch geguckt!! Von der Hausnummer 27648 der „Straße“ 244 war natürlich weit und breit nichts zu sehen. So langsam kam ein wenig Unsicherheit auf… Wie weit war es noch bis zu Grenze? Ein Wendemanöver auf diesem Weg war mit dem Toyota nicht möglich. Sogar der Versuch erschien uns zu gewagt, denn festgefahren im Schnee, mitten im Wald kurz hinter dem „Bullshitboulevard“, -- nee, das war selbst mir zu abenteuerlich. Wir gaben uns noch einen Kilometer, weil eigentlich keiner von uns Lust hatte, die bereits absolvierten (gefühlten 50) Kilometer im Rückwärtsgang wieder zurück zu fahren. Nach 800m tauchte dann am Wegesrand ein kleines Schild auf: 27648. JA!!! Hinein! Das Grundstück bestand aus einer Auffahrt, links und rechts kleine Paddocks mit Pferden. Am Ende dann ein Wohnhaus, ein Stallgebäude und ein kleineres gemauertes Häuschen, die Unterkunft der Hunde. Wir wurden von Denise und Kathy, die extra angereist war, um uns kennen zu lernen, ganz herzlich begrüßt. Kathy ist Mason’s Züchterin und war sicherlich neugierig, was wir so für Leute sind, die extra aus Deutschland angereist kamen, um zwei Hunde zu erwerben. Wir quasselten ein halbes Stündchen, dann zeigt Denise uns ihre Hunde. Da strahlendes Wetter war, waren alle Hunde in ihren Ausläufen. Sie ließ Mason zuerst heraus und er lief und gleich freudig entgegen. Er hatte ein breites Grinsen im Gesicht und freute sich offensichtlich sehr über Besuch. Er begrüßte uns ganz herzlich und forderte uns auf, ihn ausgiebig zu knuddeln. Wohlige Grunzer verkündeten unseren Erfolg J Obwohl schon fast 8 Jahre alt, strahlte er eine Würde und Souveränität aus, der Hund hat echt Charisma! Dann lernten wir Irish und Miley kennen. Miley war ein wenig schüchtern, kannte sie bisher doch nur ihre Züchterin und deren Tochter. Sie war ganz aufgedreht und freute sich, mit uns einen Spaziergang zu machen, natürlich mit Foto:
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Irish nahm das Ganze sehr gelassen hin, er freute sich auch über Besuch, war aber immer auf der Hut vor seinem Vater, der genau beobachtete und aufpasste, dass Irish ja nicht mehr Streicheleinheiten bekam, als er selbst. Die Farbe von Irish ist wunderschön, er hat ein kräftiges Fundament und einen schönen markanten Kopf. Genau die Art Hund, die mir gefällt J Er hat bereits mit Denise Kinderheime und Kinderkrankenhäuser in der Umgebung besucht, mit großem Erfolg! Er ist in der Kinderwelt von Nevis wohl bekannt J
Denise zeigte uns auch die Mütter von Irish und Miley. Natalie, die Mutter von Irish, ist eine wirklich schöne Hündin mit ähnlicher Ausstrahlung wie unsere Hazel. Tolle Farbe, schöner femininer Kopf und Augen, die einem im Gedächtnis bleiben ;-) Die Mutter von Miley, Samantha, ist eine lackschwarze tricolor Hündin, etwas schmalerer Kopf, kleinere Augen als Natalie und längerer Fang. Aber ebenso freundlich wie Natalie. Es ist ja immer etwas anderes, die Hunde, die man bisher nur von Bildern kennt, dann in natura kennen zu lernen. So mancher Eindruck muss dann doch revidiert werden. Ursprünglich hatte mir Bailey von den Bildern her besser gefallen als Miley, aber dieser Eindruck änderte sich, als ich die Beiden live sah. Bailey war deutlich schüchterner, kleiner, eine kurze Rute, viel mehr Unterfell und irgendwie mehr im englischen Typ. Miley ist rahmiger, hat eine schöne lange Rute, gute Ohren und die Augen sind größer und ausdrucksvoller. Eindeutig die bessere Wahl J Naja und Irish — dass Denise ich überhaupt von ihm getrennt und uns mitgegeben hat, so weit weg, ist für mich heute noch ein kleines Wunder.
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Miley im Toyota...
Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen, um Irish und Miley abzuholen. Pünktlich um 9.00 Uhr Ortszeit ging es los. Irish stieg sofort in seine Transportkiste ein, legte sich hin und ward nicht mehr gehört. Ganz anders Miley!! Autofahren? Nein Danke!! Laut heulend und protestierend schenkte sie uns die erste Viertelstunde den „Genuß“ ihrer Stimme. Aber dann war plötzlich Schluss. Sie arrangierte sich mit dem Unvermeidlichen, zumal Irish ruhig in seiner Box daneben lag, und harrte der Dinge, die da kamen. Da kamen dann erst einmal ca. 5 Stunden Fahrt nach Minneapolis. Zwischendurch am Rande des Highways mal Pippi machen. Irish wollte, Miley nicht. Im Gegenteil! Plötzlich war die Box ihre beste Freundin, die man NIE verlassen sollte. Auch wenn man darin Auto fahren muss. Egal. Na dann nicht. Am Flughafen sind wir gleich ins Parkhaus gerutscht, man wurde gut durchgeleitet zu den Parkplätzen der Autovermietungen. Ankommen, Schlüssel abgeben und dann erstmal zwei Gepäcktrolleys organisieren für die Transportboxen. Die Boxen waren so groß, dass sie nur angeschrägt reinpassten. Muss gehen, ging auch.
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So fuhren wir also mit Miley und Irish „auf halb acht“ zur Flughafen U-Bahn, die uns direkt zum Terminal brachte. Fahrstuhl rauf und hin zum Einchecken. Wir mussten die Hunde aus den Boxen nehmen, damit die Security die Boxen untersuchen konnte. Dann die Hunde wieder rein, alle Aufkleber auf die Boxen und die Gesundheitszertifikate. Ein Angestellter von Delta kam mit einem speziellen Gefährt und holte beide Hunde ab. Puuh! Das wäre geschafft! Noch schnell einen Salat futtern und dann mussten wir selber durch die Sicherheitsschleuse. Wie immer Schuhe aus, Taschen leeren, Gürtel aus der Hose, etc. Danach alles wieder anziehen und nach weiteren 90 Min. Wartezeit dann ab in den Flieger. Der war wieder nicht ausgebucht, so dass Dirk und ich abermals nebeneinander sitzen konnten. Die Nacht war sehr kurz. Wir flogen am frühen Abend los und waren nach 8 Stunden bereits mittags in Amsterdam. Jetzt war ich mal gespannt, wie die Holländer „so drauf“ sind, was die Einfuhr von mitgeführten Hunden betrifft. Wir mussten über den halben Flughafen laufen, bis wir an der Gepäckhalle waren. Unseren Koffer hatten wir nach kurzer Zeit, aber die Hunde waren noch nicht da. Die sollten doch auch in die Gepäckhalle gebracht werden ?!? Mit einer halben Stunden Verzögerung wurden sie dann von zwei Mitarbeitern gebracht. Alle Beide wohlauf, nur Miley hatte in ihre Box gepinkelt. Wieder zwei Trolleys organisiert und dann Richtung Ausgang. Das war so ein Ausgang mit einem Pult vor einer Glasdrehtür. An dem Pult stand ein gelangweilter 19-Jähriger und fragte, ob man was zu verzollen hätte. Nö, hatten wir nicht, nur Hunde dabei. Er wurde sichtlich wacher und schaute in die Boxen hinein. „Oooh wat mooi!“ (übersetzt: Ohh wie hübsch!) Die beiden Hübschen starrten ihn gelangweilt aus ihren Boxen an. Jetzt wurde er diensteifrig. Man sah ihn überlegen und geistig die Dienstanweisung für die Einfuhr von mitgeführten Hunden durchgehen… Dann legte er los; „Sind die Honden geimpft?“ Ja, sind sie. „Auch für Rabies?“ Ja, auch GEGEN Tollwut. Ich zeigte ihm meine EU-Zertifikate, die Impfbescheinigung, etc. Er überflog das Ganze, offensichtlich ahnungslos. „Schön, schön…“ Noch ein Blick auf die Hunde, dann die Ankündigung: „Eine Moment bitte, ich muss mal telefonieren.“. Oh nein, ich sah schon wieder irgendwelche Problem auf mich zurollen… Der Jüngling führte ein kurzes Telefonat und kam dann strahlend auf uns zu : „Vielen Dank! Ich wunsche Ihnen noch ein gute Reise!“ Dauer der Kontrolle: Geschätzte 4,5 Minuten. Ich starrte meinen Mann fassungslos an, kaum fähig zu atmen vor Überraschung und Glück!! Die Erstarrung verschwand in Sekundenbruchteilen und wich hektischer Aktivität!! Ab durch die Drehtür und Hallo Holland!!! Kein Vergleich zu Frankfurt!! Keine stoischen Beamten, nervige Veterinäre, tagelange Diskussionen und Androhungen von Gefängnisstrafen!! Ein Hoch auf die lockere Art der Holländer!! Ich liebe sie alle, auch Jerome von KLM :-)
Da standen wir nun vor dem Airport und warteten auf den Shuttle Bus zum Langzeitparkplatz. Irish durfte aussteigen und sich strecken, Miley wollte nicht. Der Bus kam und Irish spazierte ganz selbstverständlich mit mir, zwei großen Transportboxen und einem Koffer in den kleinen Shuttlebus. Letztendlich war ich ihm ja völlig fremd, trotzdem kam er vertrauensvoll mit mir mit und tat alles, was ich so an verrückten Dingen von ihm wollte. Auf dem Parkplatz hat er sich dann endlich erleichtern können (aber RICHTIG, erstaunlich, was alles aus so einem Hund herauskommen kann J ). Ich bastelte die Boxen auseinander, damit sie ineinander gesteckt ins Auto passten. Die Hunde dann gleich mit in das Auto und ab nach Hause. Nach 4 Stunden waren wir endlich wieder in heimischen Gefilden. Irish inspizierte den Garten und meine Colliemädels inspizierten ihn. Miley hatte beschlossen, dass eine Frau genauso gut ist wie die nächste, und mich anstelle ihrer Züchterin Denise adoptiert – ähnliche Größe und Figur – passt schon!! Demzufolge klebte (und klebt noch) sie an meinen Fersen und war eifrig bemüht, nie mehr als 3 Meter Abstand zwischen uns kommen zu lassen. Der Ausdruck „sie folgt mir wie ein zweiter Schatten“ muss nun neu definiert werden. Aber es hat auch seine Vorteile, als gottähnliche Gestalt angehimmelt zu werden. Egal mit was oder wem Miley gerade beschäftigt ist, spielen, Futter oder Löcher buddeln, sobald ich sie rufe, stürmt sie begeistert mit einem glücklichen Lachen im Gesicht heran und gibt mir das Gefühl, das Zentrum ihres Universums zu sein. Sie ist bemüht, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, übt fleißig „Sitz“, „Platz“, fährt Auto wie ein Weltmeister, geht super an der Leine, liegt im Restaurant artig unter meinem Stuhl – kurz: trotz ihrer doch vorhandenen Probleme mit unserer neuen lauten Welt (Visselhövede ist eben nicht mit den Wäldern von Minnesota zu vergleichen und eine gute Sozialisation auf unsere Umwelt gab es bei ihr leider nicht), bemüht sie sich nach allen Kräften, mir zu gefallen. Und damit hatte sie vollen Erfolg, das muss man ihr lassen :-)
Irish lebt inzwischen bei Freunden in der Nähe. Miley hockt gerade unter meinem Schreibtisch (auf die Größe einer Briefmarke zusammengerollt, damit sie die leicht angesäuerte Hazel nicht stört, die ebenfalls zu meinen Füßen liegt), den Kopf auf meinen Füßen und schläft. Sie wird noch viel lernen müssen, aber mit „Geduld und Spucke“ wird uns das sicher gelingen J Der Aufwand, sie aus Minnesota zu uns zu holen, war es allemal wert und ich freue mich schon auf eine schöne Zeit mit ihr!
Ja er ist recht lang geworden dieser Bericht, aber ich hoffe, er war kurzweilig zu lesen J
Stephanie Noelle